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Autor der Chronik: Peter Sagert

Die Region des Barnim im Mittelalter
Punkt 7. Jahrhundert -134
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Punkt 1225-1247
Punkt 1260-1333
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Punkt 1415

1428 Die Ersterwähnung der Mühle
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1893 Die Entstehung einer Siedlung
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1910 Bruchmühle wird eine Gemeinde
Punkt 1910
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Punkt Die Schwengberg´s
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Punkt 1928
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Punkt 1944

1945- September 1990 Bruchmühle in der SBZ und der DDR

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1993 eine Gemeinde im Amt Altlandsberg
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Punkt 1997-1999
Punkt 2000-2001

2003 Ein Ortsteil der Stadt Altlandsberg
Punkt 2002-2003
Punkt 2004-2005
Punkt 2006-2008
Punkt 2009-2013



Quellen und Literaturverzeichnis

historische Karten

historische Ansichtskarten

 Presse:

jahrbuch 2006
Bruchmühle - im Blickfeld politischer Erinnerungen vom Mai 1945
Autor: Peter Sagert

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Jahrbuch 2010
100 Jahre Bruchmühle
Von einer Mühle zum Aufbruch in ein neues Jahrhundert
Autor: Peter Sagert
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1893 Die Entstehung einer Siedlung

1893
Nach der Ersterwähnung der Bruchmühle sind 465 Jahre vergangen. Es beginnt nun ein neues interessantes Kapitel in der Siedlungsgeschichte am Fließ.
Der Mühlenbesitzer Albert Theodor Schwengberg verkauft seinen nicht mehr benötigten Grundbesitz an Land und legt damit den Grundstein für die Gründung einer Vorortcolonie vor den Toren Berlins. Zu dieser wichtigen Entscheidung haben ihn sicherlich nicht nur wirtschaftliche Überlegungen gezwungen, sondern wohl auch die Tatsache einer dynamischen Entwicklung von Berlin nach dem Bau des Eisenbahnnetzes und einer damit einhergehenden Bevölkerungsexplosion.
Diese Entwicklung führt zu einer starken Nachfrage nach Grundstücken außerhalb der Reichshauptstadt.
Die, die es sich leisten können, ziehen in das Umland, raus aus dem lauten und rußigem Berlin. Die eigene Scholle dient nicht nur der Erholung, sondern vor allem dem Zweck einer Selbstversorgung mit Obst und Gemüse.
Diese Entwicklung vollzieht sich mit Unterbrechungen bis in die dreißiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts.
Die Einwohnerzahlen aus den Umlandgemeinden im 40 Kilometer Radius von Berlin verdeutlichen dies.

1895    473.000 Einwohner
1919    581.000 Einwohner
1939    911.500 Einwohner

1894
Am 23.März 1894 wird dem Amt Altlandsberg ein Straßenbenennungsplan für die entstehende Vorortcolonie zugestellt. -> Übersicht 1937

Als neuer Superintendent wird für den Altlandsberger Kirchenkreis Dr. Ernst Bäthge in sein Amt eingeführt. Als erster Mieter bezieht er das, ab 1893 von der Kirche errichtete Gebäude, in der Berliner Straße 19, in dem sich noch heute das Pfarramt befindet.

In den Jahren von 1894 bis 1905 ist Carl August Otto Bohm d.Ä. aus Fredersdorf Amtsvorsteher des "Amtsbezirkes 14 Fredersdorf", dazu gehören die Gemeinden Fredersdorf, Vogelsdorf, Bollensdorf, Petershagen, Eggersdorf sowie die Vortortcolonie Bruchmühle.

Den Auftrag zur Vermarktung von etwa 200 Morgen Land erhalten die Berliner Unternehmer, der Bauingenieur August Ehlert sowie ein Hermann Wotschke.
Nachdem das Land vermessen, die Flurstücke und Parzellen angelegt sind, werden die Daten in einem sogenannten "Feldbuch" vermerkt.
In einem Brief vom 8. November 1896 heißt es u.a.:
"... Auskunft darüber zu bitten, in wie weit der Gründer der Colonie Herr August Ehlert, welcher ja die Colonie einzig und allein durch Parzellierung seines Gutes geschaffen & dadurch sein Vermögen verdreißigfacht hat, zu den Kirchen- und Schullasten herangezogen werden kann ..."

Anmerkung: In wie weit Hermann Wotschke nach dem Brief vom 08.11.1896 etwas mit der Gründung bzw. dem Kauf von großflächigem Grundbesitz zu tun hat, bedarf einer Klärung.

Im Jahre 1894 wird in Preußen ein Gesetz zum Schutz von Warenbezeichnungen erlassen.

Um 1900 etabliert sich in den wohlhabenden Kreisen das Reisen zur Erholung und zum Vergnügen.

1895
Im "Märkischen Hof" zu Berlin in der Koppenstraße 12 (Berlin O.) findet am 15.Januar 1895 die Gründungsversammlung des "Vorort- und Grundbesitzervereins Bruchmühle" statt.
An dieser Gründerversammlung nehmen 75 Personen teil.
Die Anzahl der beteiligten Personen lässt die Schlussfolgerung zu, dass ein großes Interesse besteht, sich in dieser neu entstehenden Vortortcolonie anzusiedeln und bei der Gestaltung des Ortes mit Hand anzulegen. Es wird ein Vorstand gewählt. In den darauffolgenden Wochen wird eine Satzung erarbeitet, die am 12. März 1895 durch das Amtsgericht Altlandsberg bestätigt wird. Der Verein schafft sich somit eine solide Grundlage und nimmt nun die Herausforderung an, seine Mitglieder beratend und helfend zur Seite zu stehen, im Interesse der Entwicklung der Vorortcolonie.
Der Fabrikant und Handelsrichter Albert Daumann aus Berlin wird zum Vereinsvorsitzenden gewählt. Als Mitglieder gehören dem Vorstand an:
Albert Schwengberg, Mühlenbesitzer
August Ehlert, Rentier / Bauingenieur
Karl Gleiche, Ingenieur
Hermann Wotschke, Restaurateur (Hotelier)
Ernst Krause, Stellmachermeister
Als weitere gewählte Vertreter werden erwähnt:
Erich Müller, Wilhelm Lehmann, Anton Paul, Paul Lunow.

Anmerkung: Als Gründungstag wird auch der 25. Januar genannt. Die Gründungsversammlung könnte aber auch im Gasthof "Deutsches Haus" in der Luckauer Straße in Berlin S. stattgefunden haben.
Der Fabrikant A. Daumann wohnt damals in Berlin-S.W. in der Markgrafenstraße 17, die zwischen  Behrenstraße und Lindenstraße verläuft..

Die Planungen für die Parzellierung und das Anlegen der Straßen und Wege scheinen abgeschlossen worden zu sein. Viele Parzellen sind bereits verkauft und werden von den Bürgern zu Gärten gestaltet, einige wohlhabendere Eigentümer beginnen mit dem Hausbau, andere wiederum errichten kleinere Sommerhäuser bzw. Lauben.

Die ersten beiden Straßenzüge, die angelegt werden, sind die Kaiser-Friedrich-Straße, die heutige Kastanienallee sowie die Kaiser-Wilhelm-Straße, die heutige Buchholzer Straße als Verbindungsweg zum Forst.
Ein Großteil der Parzellen an der Kaiser-Friedrich-Straße grenzen direkt an das Mühlenfließ, deren Grundstücke natürlich recht schnell ihren Besitzer finden.

Der Mühlenbesitzer Albert Schwengberg schließt mit dem Vorort- und Grundbesitzerverein einen Schenkungsvertrag ab, der vom 7. Juli 1895 datiert ist.
A. Schwengberg stellt einen Morgen Land als Grundstück für einen später geplanten Bau eines Schulgebäudes sowie für das Anlegen eines Schulgartens zur Verfügung. Die Eintragung in das Grundbuch des Niederbarnimer Kreis-Kommunal-Verbandes erfolgt aber erst am 2. November 1900.

Am 10. Mai 1895 wird mit Bau des Straßenabschnittes der Kastanienallee von der Landsberger Straße bis zur Buchholzer Straße begonnen. Diese Straßenbaumaßnahme wird in der Buchholzer Straße weitergeführt und am 4. August 1895 bautechnisch fertiggestellt.
Der Maurer und Zimmermeister Carl Conrad aus Altlandsberg wird mit der Abnahme der Straße beauftragt.
Das Abnahmeprotokoll datiert vom 3. Oktober 1895.

Während der Straßenbaumaßnahme schlägt der Vorortverein vor, die Buchholzer Straße in gerader Richtung zur Fredersdorfer Chaussee weiterzuführen. Die Grundstückseigentümer erklären sich bereit, die entsprechenden Streifen zur Verfügung zu stellen. Allerdings wird diese Straßenverbindung dann nicht weiter verfolgt. -> 1900

32 schulpflichtige Kinder aus der Vorortcolonie und Radebrück müssen den beschwerlichen Weg zur Stadtschule Altlandsberg antreten.

Mit dem Bau der Landesstraße von Radebrück nach Herzfelde wird 1895 begonnen.
Sie führt über Eggersdorf, Bahnhof Strausberg und Hennickendorf.
-> Chausseebau in Brandenburg

 

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