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Autor der Chronik: Peter Sagert

Die Region des Barnim im Mittelalter
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Quellen und Literaturverzeichnis

historische Karten

historische Ansichtskarten

 Presse:

jahrbuch 2006
Bruchmühle - im Blickfeld politischer Erinnerungen vom Mai 1945
Autor: Peter Sagert

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Jahrbuch 2010
100 Jahre Bruchmühle
Von einer Mühle zum Aufbruch in ein neues Jahrhundert
Autor: Peter Sagert
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Chronik 1893-1910 7.Seite

1909
Der Schulvorstand beschließt in Anbetracht der steigenden Schülerzahlen, sich um eine zweite Lehrerstelle bei der Königlich-preußischen Regierung zu bemühen.
Am 28. April erhält man die Zusage, dass diese Lehrerstelle bewilligt wird. Der Lehrer Otto Schneider aus Wesendahl tritt die Lehrerstelle zum 1.Oktober 1909 an. In diesem Jahr werden 57 Knaben und 53 Mädchen an der Schule unterrichtet.

Im Spätsommer des Jahres 1909 veranstaltet der Gartenbauverein in Bruchmühle eine Gartenbauausstellung.
Ziel dieser ist es, den ansässigen Bewohnern und Siedlern die Gartenbaukultur näher zu bringen. Es ging also nicht nur um den Anbau von Gemüse, sondern man wollte auch die ertragreichsten Obstsorten vorstellen, dann auch Gehölze zeigen, wo diese am sinnvollsten gepflanzt werden könnten, sowie um die Beantwortung vieler Fragen rund um den Gartenbau.
Der Sägewerksbetreiber und Holzhändler Bruno Schwengberg stellt für diese Ausstellung ein Gartenpavillon zur Verfügung, der die Angebotspalette auf dieser Gartenbauausstellung bereichert.

Im Jahre 1909 soll ein Bürgerverein gegründet worden sein.

Anmerkung: Interessant wäre die Beantwortung der Frage, an welchem Standort die Gartenbauausstellung stattgefunden haben könnte.
Eine Vermutung wäre das Grundstück an der Ecke Waldring / Buchholzer Straße in der Nähe der Waldbrücke, dort steht noch ein Pavillon aus dieser Zeit. Auch die Beeteinfriedungen deuten auf eine gezielte Gestaltung von damals.

Am 12. Oktober 1909 ist folgender Leitartikel im "Niederbarnimer Anzeiger" zu lesen:

Die Gartenbauausstellung zu Bruchmühle

Auf eine jede Strömung folgt nach längerer oder kürzerer Zeit eine Gegenströmung. Das ist eine banale Weißheit, aber weil sie auf der Straße liegt, wird sie oft nicht gesehen oder vielmehr übersehen.
Die Weltgeschichte zeigt auf jedem Blatte und in der Politik, wie in Kultur wechseln die Systeme ab.
Wie lange ist es denn her, daß man glaubte, die großen Städte als die einzigen Pflanzstätten der Kultur bezeichnen zu müssen, daß man dem Volke einreden wollte, daß allein die Friedrichstraße der Mittelpunkt des geistigen Lebens sei.
Lange hat diese Suggerierung nicht gedauert, die Berliner und andere Großstädter haben eingesehen, daß trotz aller gesundheitlichen Einrichtungen, die der Bewöhner der kleinen Stadt oder des platten Landes entbehren muß, doch auf dem Lande ein anderer Wind weht, und daß man in einem Garten oder in einer Parterrewohnung, entfernt von der Großstadt, der Allmutter Natur doch näher ist, als auf einem noch so schönen Schmuckplatze oder im 5. Stock eines Wolkenkratzers.
Der Mensch will wieder zur Natur zurück, natürlich unter Berücksichtigung der Bedingungen, die das gesamte soziale Leben der Gegenwart an uns stellt.
Den Mär mit Asphaltblumen soll uns die Flasche Bier in der Gartenlaube und das bescheidene Stiefmütterchen ersetzen.
Wir wollen wieder sehen, wie es in Feld und Wald zugeht und nicht erst aus den Zeitungen erfahren, wann die Ernte vorüber ist.
Diese Gegenströmung der Landluft gegen die Großstadtluft hat in verschiedener Weise die Laubenkolonien hervorgerufen, in annehmlicherer die Gartenkolonien in der weiten Umgebung Berlins.
Wir sehen sie allerorten entstehen und die zahlreichen Parzellierungen großer Güter in der Umgebung Berlins sind der beste Beweis, wie sehr sich der Hunger nach frischer, freier Luft, wenn auch manchmal im Sommer äußert.
Auch auf unserer Alt-Landsberger Flur wachsen die Gartenkolonien empor und geben ihren Bewohnern die innere Zufriedenheit und die abgeklärte Ruhe wieder, die sie im nervösen Hasten der Großstadt leicht verlieren können.
Aber einen noch größeren Vorteil bieten die Kolonien, insofern sich ihre Bewohner eng mit der Natur befreunden und ihre Schätze abernten, von denen viele keine Ahnung haben.
Man braucht kein Vegetarier zu sein, um dem Obst ein Loblied zu singen.
Wir wissen, wie sehr es dem Körper dienlich ist und wie prächtig es schmeckt.
Deshalb sind alle Bestrebungen zu begrüßen, die dieses prächtige Nahrungsmittel verehren und veredeln.
Und was da geleistet werden kann und was da aus dem vielverschrieenen märkischen Sande gezogen werden kann, das zeigte uns die Ausstellung in Bruchmühle, die nunmehr geschlossen worden ist.
Mit großer Liebe, mit unendlichem Fleiße haben die Bruchmühler die Ausstellung vorbereitet und wenn sie sich auch nicht der Menge nach mit den großen Gartenbauausstellungen messen konnten, so war sie doch inhaltlich ganz ausgerichtet und der Gartenbaudirektor Dieckhoff, der im Auftrage der Landwirtschaftskammer der Provinz Brandenburg die Ausstellung eröffnete, konnte mit vollem Recht sein Erstaunen und seine Befriedigung darüber ausdrücken, in wie kurzer Zeit, wenn auch mit schweren Mühen und mit ehrlichem Schweiß man aus der Streusandbüchse des weiland römischen Reiches deutscher Nation, Gemüse und Früchte hervorgebracht habe, die sich denen in großen Ausstellungen auf besserem Boden würdig an die Seite stellen können.
Freilich Mühe und Arbeit hat sie gekostet, diese, wenn auch kleine Ausstellung, aber der Gartenbauverein als Veranstalter und das Ausstellungscomité, die Herrn Lehrer Struve, dann Julius Krüger, Obergärtner Klauß, Carl Wandrey, Dörschner, Stender, Linnecke und Thurau können mit Stolz auf ihr Werk sehen.
Eröffnet wurde die Ausstellung, wie das jetzt allgemein üblich ist, mit einem Festessen, bei dem man nicht nur Aepfel und Birnen auftrug, sondern daß auch vielerlei fleischliche Genüsse bot, um die sich Herr Gastwirt Nagel verdient gemacht hatte.
Das Festessen besteht jedoch nicht nur aus dem Essen, das Fest sind die Reden, die gehalten werden.
Zahlreich war die Teilnehmerschaft und viele unserer Mitbürger, darunter Vertreter beider Kollegien der Stadt mit unserem Bürgermeister, nahmen daran teil.
Der Vorsitzende des Gartenbauvereins, Herr Struve, hielt die Festrede, die mit einem kräftigen Wiederhall findenden Kaiserhoch schloß.
Herr Dörschner begrüßte die Gäste und Herr Ingenieur Schwengberg, der Vorsitzende des Vorortvereins gedachte dessen, daß der Gartenbauverein aus dem Ortsverein hervorgegangen sei und daß es Aufgabe beider Vereine sei, neue Einwohner heranzuziehen.
Der Bürgermeister Semller war überrascht von dem guten Ausfalle des Unternehmens, wünschte hierzu viel Glück und sprach die Hoffnung aus, daß die Beziehungen der Kolnie zur Stadt sich inniger und freundschaftlicher gestalten.
In beredten Worten schilderte Herr Rektor Knape, wie er sich zu Bruchmühle hingezogen fühle und dankte dann dafür, daß der Ueberschuß den Anlagen um die Kapelle zu gute kommen solle.
Zum Schluß gedachte Herr Rechtsanwalt Schmidt den Damen und ihrer Mitarbeit.
Lange Stunden blieben die Teilnehmer in gehobener Stimmung bei einander.
Ein Rundgang durch die Ausstellung bewieß, daß die Worte der Eröffnungsansprache nicht gefärbt waren.
Was man hier an Gemüse und Obst, auch aus Alt-Landsberg und der Umgebung sah, bestätigte das erteilte uneingeschränkte Lob. Auf verhältnismäßig kleinem Raum war viel zu sehen und viel geleistet.
Im Freien hatte der Baumschulbesitzer Hauber aus Tolkewitz bei Dresden ausgestellt, schöne kräftige Bäume aller Formen und dann ist besonders auch der hübsche Pavillon von Schwengberg zu erwähnen.
Auf einem Raum von 260m² hatte Herr Carl Scheerer in Strausberg 2 einen Ziergarten geschaffen, der mit dem höchsten Preis, dem Ehrenpreis, der Medaille der Landwirtschaftskammer, ausgezeichnet wurde.
Den zweiten Ehrenpreis, die goldene Medaille des Gartenbauvereins Bruchmühle erhielt der Gartenbauverein Mahlsdorf.
Gedenken wir noch der ausgezeichneten Pumpen und sonstiger maschinen der Firma August Kühn, Alt-Landsberg Süd.
In dem von Herrn Obergärtner Klauß schön dekoriertem Saale lagen die rotwangigen Aepfel, die saftigen Pflaumen und daneben die Flaschen mit ausgezeichneten, selbstzubereiteten Beerenweinen.
Die Preisrichter (Herrn Dieckhoff, Struve, Obergärtner Thiel = Tolkewitz) hatten ihres mühevollen Amtes fleißig gewaltet und folgende Preise verliehen.
Für Obst: Rentier Buchmann (Obergärtner Klauß) I. Preis (Aepfel: Großherzogin von Baden, Birnen: von Marun, Großherzogin von Angouleme), Julius Krüger, der auch ein hübsches praktisches Vogelhäuschen ausstellte, II. Preis (geflammter Cardinal, Königinapfel, Birne Poiteau, Mad. Treyo), Thurau III. Preis (Gravensteiner u.a.), Struve IV. Preis (eingemachte Früchte, Gelees), Schäler V. Preis (gelbe Bellefleur), Ingenieur Gleiche VI. Preis (Landsberger Reinette), Homberg - Eggersdorf VII. Preis, Rudolf Hans VIII. Preis. Soweit nicht andere bemerkt, alle aus Bruchmühle.
Eine Anzahl Diplome ehrte andere Aussteller, darunter Herrn Pastor Kniekamp. Der Besuch der Ausstellung war gut, wenn auch das Wetter nicht günstig war.
Ein lebhaftes treiben entwickelte sich an den Ausstellungs- ......

Hier endet der Leitartikel, das Ende dieses Artikels liegt leider nicht vor.

 

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