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Autor der Chronik: Peter Sagert

Die Region des Barnim im Mittelalter
Punkt 7. Jahrhundert -134
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1428 Die Ersterwähnung der Mühle
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1893 Die Entstehung einer Siedlung
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1910 Bruchmühle wird eine Gemeinde
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1993 eine Gemeinde im Amt Altlandsberg
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2003 Ein Ortsteil der Stadt Altlandsberg
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Quellen und Literaturverzeichnis

historische Karten

historische Ansichtskarten

 Presse:

jahrbuch 2006
Bruchmühle - im Blickfeld politischer Erinnerungen vom Mai 1945
Autor: Peter Sagert

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Jahrbuch 2010
100 Jahre Bruchmühle
Von einer Mühle zum Aufbruch in ein neues Jahrhundert
Autor: Peter Sagert
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Chronik 1893-1910 6.Seite

1906
Am 28. Januar wird in der Gaststätte des Herrn A. Linneken eine "Hausväterversammlung" abgehalten, in der über die Vergabe zum Bau des Schulgebäudes beraten und ein Beschluss gefasst wird.
Mit 30 gegen 7 Stimmen wird dem Antrag des Schulvorstandes zugestimmt, der vorgeschlagen hat, die Arbeiten zur Errichtung des Gebäudes von ortsansässigen Handwerksmeistern ausführen zu lassen.

Am 25.Februar 1906 wird in der Vorortcolonie Bruchmühle ein Gartenbauverein gegründet. Der erste Vorsitzende ist der Lehrer Karl Struve.

Anmerkung: Karl Struve wohnt in den oberen Räumen des Schulgebäudes. Nebenher betreibt er als Gewerbe eine Gärtnerei in der damaligen Kaiser-Wilhelm-Straße 37 (Kastanienallee). Diese Angaben befinden sich in einem Verzeichnis der Stadt Altlandsberg von 1926.

Der Betrieb der Mühle wird zum 1.April 1906 eingestellt. Bereits in den Jahren vor 1900 hat es sich gezeigt, dass nur durch eine Produktionsumwandlung und Schaffung von zusätzlichen Einnahmequellen ein Überleben möglich war.

Am 29.April veranstaltet die Ortsfeuerwehr eine Übung in Gegenwart des Niederbarnimer Kreisbrandmeisters Spindler aus Erkner und des Altlandsberger Amtsrates Dr. Schrader.

Am 6.Mai erfolgt die Grundsteinlegung für das Schulgebäude, die Baukosten betragen insgesamt 19.690 RM, wovon die Colonie 5000 RM und die Königliche Regierung 11.990 RM zu tragen haben. Die Haus- und Spanndienste betragen 2700 RM.
 
Die Einweihung des Schulgebäudes erfolgt am 28.Oktober 1906.

Im Mai 1906 eröffnet am Bötzsee das Ausflugslokal "Seeschloß". Das fünfachsige Gebäude ist im Landhausstil entworfen. Der Eckturm mit seinem Pyramidendach verdankt der Bau seinen Schloßcharakter. Mit der Eröffnung des Lokals könnte auch die Badeanstalt entstanden sein. Sie wird 1910 in einem Wanderführer erwähnt.
Neben dem "Seeschloß" existieren bereits die Gasthäuser "Zum Hungrigen Wolf" an der Ecke zur Ferdinand-Dam-Straße und "Rotkäppchen", dass schon zu Strausberg gehört. Heute steht dort das "Villagio".

1907
Der Vorsitzende des Vorort- und Grundbesitzerverein Albert Daumann verstirbt nach kurzer schwerer Krankheit am 4. September 1907. Die Beisetzung findet auf dem evangelischem Friedhof III der Kirchhöfe Jerusalem- und Neue Kirche in Kreuzberg statt (Feld C1).
Dieser Friedhof liegt an der Blücherstraße (U-Bahnhof Mehringdamm).

Der Kreisschulinspektor Dr. Bäthge legt seine ehrenamtliche Funktion als Ortsschulinspektor von Altlandsberg nieder. Diese Funktion übernimmt der Altlandsberger Pfarrer der evangelisch-reformierten Kirche Julius Knape, der dann auch umgehend dafür sorgt, dass in der Vorortcolonie ein regelmäßiger Gottesdienst abgehalten werden kann.

Es erfolgt die Gründung einer evangelischen Gemeinde, durch der die Schule sehr viel Unterstützung erhält. Bis zur Fertigstellung eines eigenen Kirchenraumes neben dem Schulhaus nutzt die evangelische Gemeinde den zweiten Klassenraum zum Gottesdienst.

Anmerkung: Mit Albert Daumann ist damals eine geachtete Persönlichkeit verstorben, die sich während ihres 12-jährigen Wirkens im Vorortverein und darüber hinaus in anderen Vereinen große Verdienste mit seinem Engagement zur Entwicklung der Vorortcolonie Bruchmühle erworben hat.
Viele Schriftstücke mit Bitten und Forderungen an die preußischen Behörden zeugen davon.
Seine Verdienste für den Weg zu einer selbstständigen Gemeinde verdienen deshalb höchsten Respekt und Anerkennung.
Albert Daumann war auch einer der Gründungsmitglieder des Touristenclubs der Mark Brandenburg und des Ostbahn-Vorortvereins (?) in unserer Region.
Der "Touristen-Club für die Mark Brandenburg" könnte 1884 gegründet worden sein.
Einen Hinweis darauf findet man in einem Vorwort von Albert Daumann in "Fontanes Führer durch die Umgegend Berlins" im ersten Teil "Osten" von 1892, in dem er schreibt:

... "Liebe zur Märkischen Heimat und das Bestreben, Land und Leute derselben aus eigener Anschauung kennen zu lernen, gaben die Veranlassung zur Begründung des Clubs, der es nach 8 jähriger Wandertätigkeit unternimmt, die gesammelten Kenntnisse und Erfahrungen allen Natur- und Wanderfreunden zur Verfügung zu stellen und sie dergestalt allgemeinnützig zu verwerten." ...

Ab 1884 erscheinen zahlreiche Veröffentlichungen des Touristen-Clubs an Mitteilungs- und Monatsblättern sowie Jahresberichten. Auch eine Vielzahl unterschiedlicher Vorträge werden gehalten.

Er hat damals schon die Vorzüge der Sommerfrische und die Attraktivität der waldreichen Gegenden mit seinen zahlreichen Seen für die Erholung erkannt und gefördert.

1908
Am 10.Januar 1908 wird durch den Vorstand des Vorort- und Grundbesitzervereins ein offizieller Antrag zur Erhebung der Vorortcolonie Bruchmühle nebst Radebrück zu einer selbstständigen Gemeinde an die Königlich-preußische Regierung gestellt.

Zu Beginn des Jahres 1908 wird eine Wegekommission gebildet, die beauftragt wird, den Zustand der örtlichen Wege zu prüfen und entsprechende Maßnahmen für deren ordentliche Herstellung bzw. Neuschaffung zu veranlassen.
Diese Überprüfungen und die darauffolgenden Arbeiten erfolgen bis in den Frühsommer hinein. Bei dieser Gelegenheit werden auch gleichzeitig die Brücken über das Fließ erneuert bzw. repariert.
Die Bürger beteiligen sich mit Spenden an dieser Maßnahme.

Nach dem Todes des verdienstvollen Albert Daumann möchten die Einwohner gerne die Erinnerung an ihn wachhalten und einen Weg nach ihm benennen. Ein Weg in Richtung Fredersdorf ist bereits vorhanden und soll seinen Namen erhalten.
Es wird vorgeschlagen, diesen Weg aufzuschütten und zu verbreitern.
Mit den Arbeiten wird auch begonnen, aber in der Folgezeit wird dieser Weg nicht fertiggestellt.

Die Königliche Regierung übereignet der Vorortcolonie 3 Morgen Land (ca. 7.500 m²) zum Anlegen eines Friedhofes. Eine Begräbnisstätte soll aber bereits ab1902 angelegt worden sein.

Anmerkung: Ein größerer Streifen Land in Höhe des Friedhofes parallel zur gesamten Kastanienallee verlaufend könnte als Abrundungsfläche aus der Königlich-preußischen Domäne herausgelöst worden sein.

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